ESMA startet sechsten Stresstest für Zentralgegenparteien
Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat ihren sechsten Stresstest für Zentralgegenparteien (CCPs) gestartet, wie die EU-Finanzmarktaufsicht am Donnerstag mitteilte.
Die Übung, die auf Basis der Europäischen Verordnung über OTC-Derivate, zentrale Gegenparteien und Transaktionsregister (EMIR) angeordnet wurde, soll die Widerstandsfähigkeit der CCPs gegenüber widrigen Marktbedingungen bewerten und potenzielle Schwachstellen aufdecken. Sie evaluiert zudem die aggregierten Auswirkungen der Sanierungs- und Abwicklungsmechanismen der CCPs auf die finanzielle Stabilität der EU, sodass die ESMA bei Bedarf Empfehlungen aussprechen kann. Sechzehn CCPs nehmen teil, darunter alle zugelassenen EU-CCPs sowie zwei britische CCPs der Kategorie 2.
Verena Ross, Vorsitzende der ESMA, betonte die Bedeutung der Übung: „In einer Welt, die kontinuierlich von multiplen Krisen herausgefordert wird, sind Stresstests entscheidend, um sicherzustellen, dass die Finanzmarktinfrastrukturen über die notwendigen Instrumente, Ressourcen und Regelungen verfügen, um widerstandsfähig zu sein.“
Klaus Löber, Vorsitzender des CCP-Aufsichtsausschusses, hob den erweiterten Umfang des diesjährigen Tests hervor: „Die diesjährige Übung integriert die Komponente Sanierung und Abwicklung, um die aggregierten Auswirkungen der Aktivierung der Sanierungs- und Abwicklungsmechanismen der CCPs zu messen.“
Der Rahmen für 2026 umfasst vier Kernkomponenten: einen Kreditstresstest zur Bewertung der Angemessenheit der Finanzmittel; eine Konzentrationsrisikoanalyse zur Einschätzung der Marktauswirkungen großer Positionsliquidationen; einen umgekehrten Stresstest zur Identifizierung von Systembruchpunkten; sowie eine neue Komponente Sanierung und Abwicklung zur Untersuchung der Auswirkungen auf die Stakeholder.
Entwickelt in Zusammenarbeit mit den nationalen zuständigen Behörden und dem Europäischen Ausschuss für Systemrisiken, welches das widrige Marktszenario bereitstellte, ergänzt die Übung die täglichen Stresstests der einzelnen CCPs.
Die ESMA wird Anfang Mai Datenanforderungen versenden, die gemeinsam mit den nationalen zuständigen Behörden validiert werden. Die Veröffentlichung der Endergebnisse ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen.

